Wo ist mein Lieblingsort?

Viele haben in Kolbermoor bereits ihren Lieblingsort gefunden, manch einer schafft sich seinen eigenen Lieblingsort, wie Familie S. Wer kennt sie nicht, die Schafe auf dem Grundstück zwischen Staatsstraße und Albert-Schalper-Straße. Ein ganz besonderer Lieblingsort, nicht nur, weil sich die Schafe dort sichtlich wohl fühlen, auch für viele Kolbermoorer Bürger*innen ist die Schafkoppel ein wahrer Ort der Freude. Täglich kommen Besucher vorbei. Auch unsere Kindergärten machen Ausflüge zu „ihren“ Schafen.

Ein Paradies für Mensch und Schaf mitten in Kolbermoor? Nein, in letzter Zeit leider nicht mehr. Falsch verstandene Tierliebe führt dazu, dass den Schafen so alles Übriggebliebene zum Essen angeboten wird. Von Salami, über Krapfen bis zum schimmligen Brot wird über den Zaun auf die Schafkoppel geworfen. Die Konsequenz daraus: Von 2019 bis heute sind drei Mutterschafe und 8 Lämmer verendet. Herr S. war völlig verzweifelt und wollte die Schafkoppel bereits aufgeben. Eine engagierte Bürgerin konnte ihn jedoch überzeugen, weiterzumachen, um diesen Lieblingsort inmitten von Kolbermoor zu erhalten. Noch gibt es die Schafkoppel, nur, wie lange noch?

Wussten Sie, dass Schafe Wiederkäuer sind und sich hauptsächlich von Grünfutter ernähren? Gerne nehmen Schafe auch mal eine Semmel. Besonders beliebt bei Schafen: Brezeln. Allerdings nur in einem für Lebensmittel einwandfreien Zustand. Es gibt eine einfache Regel: Wenn sie aus dem Altbackenen einen Semmelknödel oder Brezelknödel zubereiten, dann ist es auch gut für das Schaf. Wenn sie das Altbackene wegwerfen, dann ist es auch nicht mehr gut für das Schaf. Alle Speisereste (Salami, Krapfen, Nudeln, verschimmeltes Brot usw.) sind Tabu! Übrigens: Frisches Heu und Mineralstoffe bekommen die Tiere vom Besitzer gefüttert.

Liebe Bürger*innen, bitte keinen Bio-Abfall über den Zaun werfen, auch wenn es noch so gut gemeint ist. Für die Schafe kann dies lebensbedrohlich sein!

Bio-Abfall ist organischer Abfall, somit ein Teil Natur und gehört der Natur zurückgegeben und nicht auf einer Schafkoppel entsorgt oder über die Restmülltonne in die Müllverbrennung. In Kolbermoor brauchen wir dringend eine Biotonne im Holsystem, um die Mülltrennung für unsere Bürger*innen zu erleichtern und sicherzustellen, dass der Bio-Abfall zuverlässig und ordnungsgemäß stofflich sowie energetisch verwertet wird.

Weil wir hier leben!